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auwaldzecke
Babesiose
Victor Babes (Rumäne)
1888, bei Hunden 1934

In erster Linie in Südeuropa, rund um das Mittelmeer. Durch den Klimawandel wandert die Krankheit aber mit der Wanderung der Auwaldzecke kontinuierlich nordwärts und erste Fälle der Erkrankung bei Hunden, die noch nie im Süden waren, sind in Süddeutschland bereits festgestellt worden. Damit entwickelt sich die Babesiose allmählich fort von einer typischen Reisekrankheit zu einer ortsüblichen Erkrankung.

von Auwaldzecken übertragene Babesien
1 - 7 Tage, max. 3 Wochen
Mensch,Hund,Katze,Nager,Paarhufer,andere Säugetiere
nein
nein

Vorweg genommen sei der Hinweis, daß die Babesien von der Auwaldzecke auf den Hund mindestens 12, i.d.R. aber erst 48 - 72 Stunden nach dem ersten Zeckenbiß übertragen werden. Das erhöht die Chance, noch vorbeugend eingreifen zu können. Untersuchen Sie Ihren Hund daher nach jedem Spaziergang in der Natur ausgiebig auf Zecken.

Die Krankheit beginnt mit einem gestörten Allgemeinbefinden und mit hohem Fieber. Oftmals ist auch dunkler Urin feststellbar. In dieser Phase, die als akute Phase bezeichnet wird, kommt es recht häufig zum Tod des erkrankten Tieres. Ist diese Phase überstanden, folgt Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme und häufig auch Gelbsucht. Recht häufig sind dabei Leber- und Milzvergrößerungen feststellbar. Auch sind entzündete Augen und sogar Netzhautablösungen möglich, die zur Erblindung des Tieres führen können. Ebenfalls wurden Bewegungsstörungen, epileptische Anfälle und Schädigungen des Zentralnervensystems beobachtet. Hunde, die die Krankheit überleben, bleiben infektiös und werden somit zum Erregerspender, wenn sie von einer Zecke besucht werden.

Die Diagnostik ist recht schwierig, weil auch bei dieser Krankheit die Symptome recht unspezifisch sind und auch bei anderen fibriösen Erkrankungen zu beobachten sind. Ein Bluttest aus dem Kapillaren, ein sogenannter Blutausstrich, bietet sich zur vertiefenden Untersuchung an. Der Nachweis des Erregers ist im Bluttest aber erst nach 7 Tagen möglich. Zuvor sind die Erreger in zu geringer Zahl vorhanden, als daß sie festgestellt werden könnten. Damit wird die Diagnose und die richtige Behandlung erheblich erschwert. Ein sogenannter PCR-Test würde schneller zum Ergebnis führen, doch i.d.R. hat der Hundehalter so früh noch gar keine Symptome an seinem Tier festgestellt.

Da diese Erkrankung sehr leicht zum Tode des Tieres führen kann, muß die Behandlung sofort nach Feststellung der ersten Symptome beginnen. Zur Behandlung stehen eine große Zahl von Antiprotozoika zur Verfügung. In der hochakuten Phase hilft oftmals allerdings nur eine Bluttransfusion. 

Einmal erkankte Hunde können derzeit nicht vollständig geheilt werden. Dennoch sieht man es ihnen äußerlich nicht an. Sie bleiben aber trotzdem Träger von Babesien, die beim nächsten Besuch einer Auwaldzecke von dieser aufgenommen und weiter verbrreitet werden können.

Zur Prophylaxe sollte der Hund nach jedem Aufenthalt im Freien und insbesondere in der Natur auf Zecken abgesucht werden. Je früher diese entfernt werden, desto geringer die Gefahr einer Infektion. Zusätzlich sollte der Hund regelmäßig mit einem zeckenabweisenden, äußerlich wirkenden Präparat behandelt werden. Es gibt auch einen, in Deutschland aber nicht verfügbaren, Impfstoff, der aber von der ständigen Impfkommission noch nicht empfohlen wird.